HISTORISCHE EINORDNUNG
In den zurückliegenden Jahren stand meist die Geschichte rund um die Kindswegnahmen durch das Hilfswerk «Kinder der Landstrasse» von «Pro Juventute» im Vordergrund. Der Journalist Hans Caprez hat die Geschichte in den 70er Jahren im «Beobachter» ans Tageslicht gebracht, mit weitreichenden Folgen. Die Öffentlichkeit reagiert ungläubig, viele waren konsterniert und kündigten ihr Abo, weil nicht sein kann was nicht sein darf. Heute wissen wir, dass alles noch viel schlimmer war.
Was bisher im Verborgenen blieb und kaum zur Kenntnis genommen wurde, sind die Hintergründe dieses «Verbrechens gegen die Menschlichkeit», wie der Bundesrat im Februar 2025 aufgrund eines Gutachtens anerkennen musste. Wie kam es so weit und weshalb konnte diese menschenverachtenden Machenschaften in der Schweiz überhaupt Fuss fassen? Wer war dafür verantwortlich und wer lieferte die Grundlagen? Was steckt hinter dem «Sippenarchiv» der Klinik Waldhaus in Chur? Was blieb bisher unbemerkt? Der lange Arm dieser Geschichte geht bis in die Zeit zurück, als die Nationalsozialisten an die Macht kamen. Und dort haben ein paar Schweizer massgebend dazu beigetragen, dass die Rassenhygiene das Fass zum Überlaufen brachte und Menschen in den Tod geschickt wurden. Darunter befanden sich auch viele Jenische, Sinti und Roma.
Davon handelt der Film. Es ist ein Stück Schweizergeschichte, das bisher kaum ausgeleuchtet wurde. Die Recherchen zu diesem Film gestalteten sich über weite Strecken mühsam und aufwändig. Vieles liegt im Verborgenen und kann hoffentlich gelüftet werden!