SYNOPSIS

Die Ideologie der «Rassenhygiene» der Nazis war mitunter eine Schweizer Erfindung. Dieses brisante Fazit steht im Zusammenhang mit den Verbrechen an den Jenischen fest. “Zero - ein Fanal” zeichnet diese Spurensuche nach.

In einem Brief der «Psychiatrischen Klinik Beverin» in Cazis an den Präsidenten der «Vormundschaftsbehörde des Kreises Chur» aus dem Jahr 1971 sind folgende Sätze zu lesen: «Es handelt sich, wie Sie wissen, um eine mit Vagantenblut, Debilität und Psychopathie belastete, unehelich geborene Persönlichkeit, deren charakterliche und intellektuelle Mängel von psychiatrischer Seite nicht behoben werden können, sondern mittels disziplinarischer Mittel so korrigiert werden müssen, dass die Frau sozial tragbar ist.» 

Das Dokudrama «Zero – ein Fanal» erzählt die Geschichte einer Spurensuche und die Bewältigung eines kollektiven Traumas. Sie erstreckt sich dabei von einer menschenverachtenden «rassenhygienischen» Schultafel der Familie «Zero» anno 1933 über den oben erwähnten Brief der Psychiatrischen Klinik Beverin in Cazis aus dem Jahr 1971 bis heute, ins Jahr 2024. 

Dahinter verborgen ist die codierte Geschichte der jenischen «Familie Zero» aus der bündnerischen Gemeinde Vals. Die reale Geschichte der Familie «Zero» steht stellvertretend für viele, die Opfer einer menschenverachtenden Rassenlehre des vergangenen Jahrhunderts wurden, welche zuletzt im Horror der Nazi-Konzentrationslager gipfelte. Dieses sozialdarwinistische Gedankengut machte auch vor der Schweizer Grenze keinen Halt und hinterliess ihre Spuren in der Psychiatrie und den Aktivitäten des Hilfswerks «Kinder der Landstrasse», einem Arbeitszweig von Pro Juventute.

Direkt betroffene Zeitzeugen – noch lebend oder durch Schauspieler dargestellt – machen sich auf die Suche und erzählen im Film ihre eigene Familiengeschichte.

Allerdings - wenig überraschend – stossen sie und ihre Helfer auf erheblichen Widerstand. Betroffene Behörden und Institutionen, zum Teil wissend, zum Teil ahnungslos, widersetzen sich vehement der Spurensuche.

Was die Nürnberger Gesetze mit Rassenforschung in Zürich zu tun hatten. srf.ch