BRUNO WALDVOGEL-FREI
REGISSEUR
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Seit über fünfzig Jahren führe ich Regie, stehe mal vor oder hinter der Kamera, spreche Texte oder schreibe sie. 1990 erlangte ich das «Advanced Film & Television Production Diploma» bei Media Production Services in London. Meine allerersten Anfänge waren wohl mit 8 Jahren, als ich das Kasperli-Theater in unserem winzigen Dorf eröffnete (hinter einer simplen Holzkiste, aber mit grossartigen selbstgemalten Plakaten!). Daraus wurde eine lebenslange Passion, die ich in jeder Art von Berufsleben immer weitergepflegt habe. Menschen und ihre Träume lagen mir damals genauso am Herzen wie heute. Und damals wie heute macht es mir Freude, wichtige, lustige, fantasievolle und tiefgründige Geschichten zu erzählen. Mit den unterschiedlichsten Mitteln, Medien und Techniken. Die Liste dazu ist lang, bunt und unbedeutend. Auf dem Internet ist mehr zu finden, z.B. bei Wikipedia oder unter brunowaldvogel.ch .
Ich bin ein schlechter Selbstvermarkter. Umso mehr macht es mir Spass, andere auf dem Weg zu ihrer Berufung zu begleiten. Da spielen sowohl mein Lehrer- als auch mein Pfarrer-Beruf noch mit hinein. Es kommt nicht von ungefähr, dass ich heute im Vorstand von Autillus, dem Schweizer Verband für AutorInnen und IllustratorInnen für Kinder- und Jugendliteratur mitarbeite.
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Wie schon Goethe schrieb (übrigens mein Spitzname damals im Dorf): „Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust!“ Zum einen: Ich liebe mein Land, die Schweiz. Ihr verdanke ich viel, und für sie habe ich auch viele bürgerliche Pflichten geleistet. Richard und Anni Waldvogel waren treue, liebevolle und zuverlässige Adoptiveltern. Sie lehrten mich all die Tugenden, die unser Land stark machen.
Zum andern: Die Schweiz hat meine griechische Mutter Georgia gezwungen, mich als uneheliches, in Zürich geborenes Kind, zur Adoption freizugeben. Mein italienischer Vater konnte oder wollte die Verantwortung nicht übernehmen. So bin ich die ersten drei Jahre elternlos in einem Tagesheim („Kinderasyl“) bis zur Adoption aufgewachsen. Aus Nico wurde Bruno. Das Gefühl der Entwurzelung hat mich viele Jahre begleitet.
Heimkommen, Zugehörigkeit, Identität, Familie, Geborgenheit – alles Themen, die mich ein Leben lang begleiten. Heute bin ich dankbar angekommen, damals war es ein grosses schwarzes Loch, das mir niemand wirklich ausfüllen konnte.
Als Markus Plüss mich anfragte, ob ich ein Drehbuch zu „Zero – ein Fanal“ schreiben könnte, zögerte ich zuerst. Schaffst du damit nicht weitere Kollateralschäden? Doch schliesslich wurde mir klar, dass gerade Gerechtigkeit, Versöhnung und humanitäres Engagement eine Stärke unseres Landes und unserer Kultur sind. Lieber spät als nie. Und wenn dieses Projekt dazu beiträgt, Brücken über Gräben und Abgründe zu bauen, dann geschieht das im besten Sinne unserer langen Geschichte.
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Wie der kurze Clip schon zeigt: Der Adler fliegt, ein Mädchen flüchtet. Dazwischen eine Journalistin, die auf Spurensuche geht. Weite und Enge. Sehnsucht und Realität. Offener Himmel und enges Psychiatrie-Bett. Flucht und Gefängnis. Heimat und Fremde. Schwarzweiss und farbig. In dieser Dichotomie bewegt sich die Geschichte von „Zero“. Historisch nachgestellt Szenen liefern das Basiswissen. Überlebende berichten aus persönlicher Sicht. Fachleute bauen die Brücke. Und die Journalistin nimmt das Publikum mit auf die eigene persönliche Reise.
Bruno Waldvogel-Frei ist vielseitig unterwegs – eine Auswahl seiner Film-Werke: